The Next Big Thing: Google Instant Apps

Als Google vergangenes Jahr die Einführung von Instant Apps ankündigte, hat es bereits hohe Wellen geschlagen. Und das nicht zuletzt im Mobile Marketing Bereich. Mit der Vorstellung von Android O auf der diesjährigen Google I/O, wird die seit Anfang des Jahres laufende Test-Phase abgeschlossen und das neue Feature, sowohl für Entwickler, als auch Nutzer flächendeckend freigeschaltet.

Doch was sind Instant Apps eigentlich? Über den Browser auf dem Smartphone, kann man mittlerweile fast alle Webseiten mobil öffnen. Doch nach wie vor gibt es einige Seiten, die entweder gar nicht erst für mobile optimiert wurden, oder einfach Inhalte bieten, die sich nicht so wirklich für den Abruf von einem Smartphone aus eignen. Extra in solchen Fällen entwickelte Apps, bieten schon allein aus User Experience Sicht einen deutlichen Mehrwert. Der große Nachteil: Man muss sie erst herunterladen. Ein verhältnismäßig großer Aufwand, wenn man eigentlich nur eine einzige Sache erledigen oder sich nur etwas Bestimmtes ansehen wollte. Mit Instant Apps bietet Google jetzt für Android Apps eine schöne Zwischenlösung.

Ein kleines Beispiel, um die Funktionalität zu veranschaulichen: Nehmen wir an ein Freund möchte mit einem eine Spotify-Playlist über einen Link in WhatsApp teilen. Anstelle des bisher üblichen Dialogs, ob man die entsprechende App installieren möchte, um den Inhalt abzurufen, öffnet das System die App wie eine Webseite an der jeweiligen Stelle ohne Zeitverzögerung.

Noch ein anderer Anwendungsfall: Man sucht im Browser nach Shopping-Schnäppchen. Ein bestimmter Online-Händler bietet dabei spezielle Rabatte für den Kauf über die eigene App. Möglicherweise ist einem der Speicherplatz zu schade, um eine ganze App zu installieren, nur weil man diesen einmaligen Rabatt in Anspruch nehmen möchte. Auch hier ist es möglich, über den Instant-Link Zugang zur App zu bekommen, ohne die Anwendung extra herunterzuladen.

Google’s erklärtes Ziel ist es, den User schneller und einfacher in eine App zu bringen. Es soll möglich werden, eine Anwendung über eine URL zu öffnen und den Zwischenschritt der Installation über kurz oder lang gänzlich loszuwerden.

 

Wie funktioniert das Ganze?

Im Prinzip wird eine bestehende App modularisiert und dem Nutzer je nach Bedarf granular ausgespielt. Nur das Modul mit dem relevanten Inhalt wird auf das Endgerät geladen, sprich nur der Teil, den man braucht, um das zu finden wonach man als Kunde gesucht hat. Entscheidet der User dann, dass er auch auf andere Bereiche der Anwendung zugreifen möchte, setzt der normale Installationsprozess ein.


Funktionsweise Google Instant Apps

Wie in der Grafik gezeigt, wird die “Tasty”-App bisher auf herkömmliche Weise als Gesamtpaket auf dem Endgerät installiert. Instant Apps ermöglicht den temporären Zugriff auf einzelne Teile der Anwendung, ohne den Download des Gesamtpakets. Den kompletten Prozess, habe ich jetzt auch nochmal live aufgenommen, um die Funktionsweise möglichst realitätsnah zu demonstrieren:

Um die eigene Anwendung Instant App tauglich zu machen, müssen Entwickler auch gar nicht viel tun. Es muss keine neue Version gebaut werden, sondern einfach das Android Studio SDK aktualisiert werden. Mit den zur Verfügung gestellten Werkzeugen, spricht Google von etwa einem Manntag Arbeit, bis die erforderlichen Änderungen vorgenommen sein dürften. Bei Android Endgeräten bis zum Jellybean OS kann das Feature genutzt werden. Die einzigen Bedingungen sind, dass die Anwendung Android native entwickelt wurde, also nicht mit hybriden Modellen, und im GooglePlay Store verfügbar ist. Andere App Stores werden erst mal nicht unterstützt.

 

Was bedeutet dies für das App Marketing?

Ganz allgemein entsteht durch Google’s Instant Apps die Möglichkeit, Anwendungen und ihren Content auf eine neue wirkungsvolle Art und Weise zu vermarkten, ohne sich dabei noch abhängiger von Drittanbietern wie Facebook & Co zu machen. Es ist eine weitere attraktive Gelegenheit für mehr Sichtbarkeit, da das App Ecosystem aufgebrochen wird und Nutzer eine einzigartige Chance erhalten, eine Anwendung noch vor der Installation zu testen.

Besonders Marketinginstrumente wie das App Indexing werden noch interessanter. Denn über entsprechende DeepLinks, können User nun ohne Umwege aus der Web-Welt in bestimmte Bereiche innerhalb einer Anwendung weitergeleitet werden, selbst wenn diese noch gar nicht installiert worden ist.

Mit Sicherheit wird diese neue Technologie zukünftig auch Auswirkungen auf die App Store Optimierung haben, also die Vermarktung innerhalb der einzelnen App Stores. Die grafischen Assets wie Screenshots oder Videos, könnten obsolet werden, da ein Live-Einblick über Instant Apps wesentlich wirkungsvoller ist. Es wird auch spannend sein zu sehen, wie Apple auf die ganze Geschichte reagiert: Wird dieses neue Format komplett ignoriert? Wird es bald ein ähnliches Modell für iOS geben oder öffnet sich Apple sogar für eine Zusammenarbeit mit Google? Für App Entwickler gilt jedenfalls: Unbedingt in dem Thema am Ball bleiben oder am besten gleich selbst umsetzen!


Mehr zum Thema und alles andere rund um ASO, App Marketing und Retention Kampagnen von unserer hübschesten Tochter Growfirst, bg@growfirst.de