Google Home vs Alexa

2018 könnte das Jahr der Smart Speaker werden. Neben den aktuellen Platzhirschen Amazon (Echo) und Google (Home) drängen weitere Anbieter wie etwa Apple (HomePod) oder Microsoft (Harman Kardon Invoke) auf den Markt.

In diesem Artikel werden wir näher auf die Entwicklung für Google Home eingehen und Parallelen zur Entwicklung eines Alexa Skills ziehen. Zu diesem Thema empfehlen wir Ihnen auch unsere früheren Blogbeiträge.

Google Home und Google Assistant

Im Jahr 2016 stellte Google den persönlichen Assistenten „Google Assistant“ als Nachfolger von Google Now vor, seit Sommer 2017 ist der Assistant auch in deutscher Sprache verfügbar. Google Home integriert den Assistant und stellt dafür ein Sprachinterface zur Verfügung, während über Smartphones auch Texteingaben an den Assistant gesendet werden können.

Mit „Actions on Google“ steht eine Plattform bereit, um den Google Assistant über die Standardfunktionen hinaus zu erweitern. Für die Actions ist es egal, ob diese auf dem Smartphone oder über ein Smart Home Gerät wie Google Home genutzt werden. Es besteht allerdings ebenso wie bei den Alexa Skills die Möglichkeit, Actions für die jeweiligen Endgeräte zu optimieren (etwa für Geräte mit Display oder nur mit Audioausgabe).

Durch die vor kurzem eingeführte „Voice Match“-Funktion kann der Google Assistant außerdem bis zu sechs verschiedene Stimmen auseinanderhalten, und so auf eigene Datensätze je Nutzer zugreifen.

 

Quelle: madeby.google.com

 

Aufbau einer Action

Ähnlich wie der Invocation Name bei Alexa Skills wird für Google Actions ein Name definiert, über den der Assistant die Action auslöst. Innerhalb der Action wird mit Intents auf die einzelnen Funktionen der Action zugegriffen, auch dieser Aufbau kommt uns sehr bekannt vor. Sobald ein Intent erkannt wurde, wird dieser an den jeweils konfigurierten Webhook zur weiteren Verarbeitung weitergegeben. Während Amazon an dieser Stelle den Einsatz der Amazon Web Services (konkret AWS Lambda) empfiehlt, setzt Google auf deren Eigengewächs „Google Cloud“ in Verbindung mit Firebase für z.B. eine Datenbanklösung. In beiden Fällen übernehmen die Unternehmen die Kosten für die Nutzung der eigenen Cloud-Dienste falls durch die Nutzung Kosten anfallen sollten. In beiden Fällen besteht allerdings auch die Möglichkeit, den Webhook auf einem eigenen Server zu hosten.

Ebenfalls für beide Plattformen werden sogenannte Interactive Models benötigt, um die Funktionen des Skills/der Action zu definieren. Amazon stellt für deren Erstellung den „Skill Builder“ zur Verfügung, der ausschließlich für Alexa Skills verwendet werden kann. Google’s Service heißt „Dialogflow“ (ehemals api.ai) und kann für alle Arten von Chatbots verwendet werden. Es wäre also auch möglich, Dialogflow mit einem Alexa Skill zu verbinden.

Für die Sprachausgabe setzen beide Plattformen auf die Speech Synthesis Markup Language (SSML) um Texte natürlicher wiederzugeben, so können mit SSML etwa Pausen oder Aussprachen definiert werden.

 

Verwendung von Skills/Actions

Während Alexa Skills in der Alexa App bzw. im Account zuerst aktiviert werden müssen, damit sie genutzt werden können, gibt es bei Actions eine solche Aktivierung nicht. Der Nutzer kann jederzeit alle Verfügbaren Actions triggern, vorausgesetzt er kennt den Namen der Action. Um dies zu vereinfachen stellte Google Anfang Januar auf der CES 2018 „Google Assistant Explore“ vor, eine Art Übersichtsseite, auf der alle verfügbaren Actions sowie Beispielsätze zum Ausführen der Actions gelistet sind.

Für den Fall, dass ein Skill/eine Action eine Nutzer-Authentifizierung erfordert, so wird dies in beiden Fällen mit Hilfe der jeweiligen Smartphone App durchgeführt.

 

Fazit

Amazon Echo (Alexa) und Google Home sind zwei sehr ähnliche Assistenzsysteme, die sich in Aufbau und Funktionsweise größtenteils überschneiden.

Für Endkunden ist Alexa aktuell sicher die attraktivere Plattform, da es deutlich mehr Drittanbieter Skills gibt als für den Google Assistant. Auch im Smart Home Bereich hat Alexa (noch) deutlich die Nase vor und unterstützt ein breiteres Spektrum an Anbietern als der Konkurrent. Es ist allerdings anzunehmen, dass im Laufe des Jahres hier einiges passieren wird, gerade wenn durch weitere Anbieter der Konkurrenzkampf noch mehr angekurbelt wird.

Wir bleiben am Ball. Falls Sie das Thema interessiert, schicken Sie uns doch einfach eine Nachricht an skills@next-munich.com.

 

Tobias Fonfara, Technischer Projektmanager, tf@next-munich.com